Nadel-Industrieholz; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
Nadel-Industrieholz; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

(Februar 2017)

Die Abnehmerbranchen für Nadelindustrieholz (Holzwerkstoff-, Papier-/Zellstoff- und Pelletindustrie) in Deutschland blieben über den Jahreswechsel 2016/2017 hinaus überdurchschnittlich gut mit Waldindustrieholz und Sägerestholz bevorratet, so dass die waldseitig lagernden Nadelindustrieholz-FK-Bestände Ende 2016 bundesweit häufig ein überdurchschnittlich hohes Niveau erreichten. Die Märkte für Nadelindustrieholz aller Qualitäten gerieten dadurch unter teils empfindlichen Preis- und Mengendruck.

Seit Jahresbeginn jedoch haben die Werke, u. a. als Folge eines saison- und witterungsbedingt rückläufigen Restholzaufkommens, wieder in stärkerem Umfang Waldindustrieholz als Rohstoff eingesetzt. Das gilt auch für die Pelletindustrie, die aufgrund des Kälteeinbruchs eine unerwartet starke Nachfragebelebung nach A1-Pellets für den Wärmemarkt verzeichnete und die Pelletproduktion steigern konnte. Die Abfuhr von Nadel-FK-Sortimenten aus dem Wald hat sich dadurch in den letzten Wochen beschleunigt, die Waldlager wurden insbesondere im Flachland, wo die Abfuhr nicht durch die Witterung behindert war, deutlich reduziert. Insgesamt erwartet die Industrie auch für die kommenden Wochen eine stabile Produktionstätigkeit. Der Waldbesitz hofft, dass sich die Industrieholzabfuhr weiterhin auf dem zuletzt erreichten Niveau bewegen und damit der Abbau der Nadel-FK-Waldlagerbestände fortsetzen wird. In den neuen Vorverträgen 2017 sind die Nadelindustrieholz-FK-Preise im Vergleich zu 2016 je nach Qualität und Bundesland etwa 10 bis 15 % reduziert worden.

Bei den in Deutschland ansässigen Schleifholz verarbeitenden Papier- und Kartonwerken blieb die Produktionstätigkeit und damit der Schleifholzverbrauch in den Herbstmonaten 2016 durch unerwartete, marktbedingte Produktionsrücknahmen an einzelnen Standorten hinter den Erwartungen zurück, während sich die Schleifholzbereitstellung der Waldbesitzer mindestens auf dem saisonüblichen Niveau, regional aber auch darüber bewegte. Diese unterschiedliche Bedarfsentwicklung der einzelnen Verarbeiter an Schleifholz hat sich im Verlauf des neuen Jahres fortgesetzt. In den inzwischen fast überall abgeschlossenen Vorverträgen für 2017 wurden die Schleifholzpreise je nach Region zwischen 10 und 17 % zurückgenommen.

In Rheinland-Pfalz sind die Nadelindustrieholzverträge 2016 bis auf minimale Nadel-FK-Restmengen praktisch ausgeliefert, neue Vorzeigungen erfolgen fast nur noch auf die neuen Verträge 2017. Der landesweite Nadel-FK-Waldlagerbestand, der sich von September bis November 2016 vorübergehend etwas erhöht hatte, wurde inzwischen wieder auf das mittlere Niveau des Jahres 2016 zurückgeführt. Nennenswerte Schleifholz-Waldlager sind in Rheinland-Pfalz nicht vorhanden.

Die von den Forstämtern für 2017 zur Vermarktung gemeldeten Nadelindustriehölzer, alle Qualitäten, sind bis auf diejenigen Hölzer, die im zweiten Halbjahr für den Verkauf an  Holzhändler/Forstdienstleister vorgesehen sind, vermarktet. Die Preise für Nadelindustrieholz FK mussten in den neuen Verträgen der Landesforsten Rheinland-Pfalz um etwa 15 % , diejenigen für Schleifholz um etwa 12 % reduziert werden. Beim Nadelindustrieholz FK, aber wider Erwarten auch beim Schleifholz konnte der Landesbetrieb in den Verhandlungen 2017 die Mengenwünsche der Kunden nicht vollständig befriedigen.