(Februar 2017)

Die gute konjunkturelle Entwicklung und eine boomende Bauwirtschaft sorgten in Deutschland im vergangenen Jahr für eine insgesamt lebhafte Nachfrage nach Nadelstammholz. Von allen Nadelholzsägewerken wurde als klassisches Bauholz besonders frische Fichte, aber auch Douglasie und Lärche nachgefragt. Kiefernstammholz dagegen, das immer weniger im Holzbau und zunehmend im Gartenbereich bzw. als Verpackungsholz Verwendung findet, zeigte eine uneinheitliche Nachfrageentwicklung. In Nord- und Ostdeutschland war bis Jahresende 2016 und über den Jahreswechsel hinaus eine anhaltend hohe Nachfrage nach Kiefer zu verzeichnen; die Preise sind hier ab Januar um etwa 2-4 €/fm gestiegen. Dagegen entwickelte sich in Süd- und Westdeutschland die Nachfrage nach Kiefernstammholz zum Jahreswechsel eher verhalten, die Preise gerieten in diesen Regionen unter Druck und mussten leicht zurückgenommen werden.

Im Jahr 2016 hat der Landesbetrieb von Landesforsten über alle Waldbesitzarten rd. 86.700 fm Kiefernstammholz L SB (1,5 % mehr als in 2015) fakturiert. Entgegen der in den Vorjahren zu beobachtenden Tendenz hat sich das Kiefernstammholzaufkommen in 2016 nicht weiter rückläufig entwickelt. Der Durchschnittserlös für die Kiefer 2016 lag 6 % über dem des Vorjahres. Bei der Lärche L SB waren 2016 von Landesforsten Rheinland-Pfalz rd. 32.000 fm verkauft worden (+ 4,3 % gegenüber 2015); der Durchschnittserlös der Lärche blieb seit 2015 praktisch unverändert.

In den Kiefer-„Winterverträgen“ der Saison 2016/2017 (01.10.2016 bis 31.03.2017) konnte das von den Forstämtern geplante Produktionsvolumen vollständig verkauft werden, zu Preisen, die zwischen 1 bis 2% gegenüber den Preisen der „Winterkiefer 2015/2016“ zurückgenommen wurden. Auch die im zweiten Quartal geplante Kiefer ist in Vorverträge eingebunden, allerdings wegen der erhöhten Bläuegefahr zu gegenüber der Winterkiefer um etwa 5% reduzierten Preisen. Der trocken-kühle Herbst 2016 bot ideale Produktionsbedingungen für unsere Forstbetriebe, so dass die im vierten Quartal 2016 zu liefernde Winterkiefer bis Jahresende zu rd. 80% bereitgestellt wurde, ein - verglichen mit den Vorjahren - bemerkenswert hoher Auslieferungsstand. Ziel der nächsten Wochen muss es nun sein, die bis 31.03.2017 zu liefernde Kiefer möglichst vollständig vorzuzeigen, da Kieferlieferungen ab dem zweiten Quartal 2017 preislich abgewertet werden. Auch sämtliche bis 30.06.2017 geplanten Lärchenstammhölzer wurden in Vorverträge eingebunden, zu Preisen, die - über alle Kunden gemittelt - gegenüber dem Preisniveau des zweiten Halbjahres 2016 um nicht ganz 1% reduziert wurden.

Die Nachfrage unserer Sägewerke nach allen Nadelstammhölzern dürfte auch im weiteren Jahresverlauf rege bleiben, unser Nadelrundholzaufkommen wird den Bedarf der heimischen Werke nicht decken können. Stammholz von Kiefer und Lärche wird daher im zweiten Halbjahr 2017 seine Abnehmer finden. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass sich sägefähige Kiefer aus Sommereinschlag (drittes Quartal 2017) wegen des Bläuerisikos nicht als „Bauholzkiefer“, sondern nur als preislich schwächer bewertetes Nadelverpackungsholz verkaufen lassen wird. Im Sinne eines größeren Mengenangebots im vierten Quartal 2017 wäre es aber ohnehin zweckmäßig, etwaige im dritten Quartal geplante Produktionsmengen auf das unumgänglich notwendige Maß zu reduzieren und möglichst in das vierte Quartal zu verschieben.