Die wertvollsten Eichenstämme werden im Wege der Submission verkauft.; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
Die wertvollsten Eichenstämme werden im Wege der Submission verkauft.; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

(November 2016)

Eichenstammholz wird aktuell sehr lebhaft und gegenüber den Vorjahren zu  weiter steigenden Preisen nachgefragt. Mittlerweile bewegen sich die durchschnittlichen Verkaufserlöse für Eichenstammholz auf einem Spitzenniveau innerhalb der letzten 10 Jahre. Ursächlich für diese Entwicklung, die sich im gesamten europäischen Wirtschaftsraum beobachten lässt, ist die gegenüber der Rundholznachfrage zu geringe Angebotsmenge. Angesichts einer geringen Bevorratung der Sägewerke mit Stammholz sind momentan sogar auch ehemals weniger nachgefragte Sortimente wieder gesucht. Auf die beschränkte Verfügbarkeit von Eichenstamm- und Eichenschnittholz reagieren viele Verarbeiter entlang der gesamten Produktionskette dadurch, dass mittels einer intensiven Ausbeuteoptimierung der Rohholzeinsatz so weit als möglich reduziert wird.  

Mittelstarkes und starkes Stammholz des mittleren und oberen Qualitätsspektrums, diese Sortimente sind sehr vielseitig und in zahlreichen Endprodukten aus Eiche einsetzbar, ist momentan extrem stark gesucht. Schwächeres und qualitativ weniger gutes Eichenholz, es fällt überwiegend bei Pflegemaßnahmen in den Wäldern an, ist ebenfalls gesucht; vollzieht die aufwärts gerichtete Preisentwicklung aber nicht im gleichen Ausmaß wie die qualitativ höherwertige Ware mit.

Im Bereich der hochwertigen Innenausstattung bleibt die Eiche nach Einschätzung vieler Marktbeobachter weiterhin die Trendholzart schlechthin.  In der europäischen Parkett-produktion dominiert Eiche mit einem Holzartenanteil von ca. 75% alle anderen Holzarten deutlich; im Furnier erreicht Eiche derzeit einen Marktanteil von ca. 60% bei weiter steigender Tendenz und bei den  Leimholzplatten, die überwiegend  im Möbel und Treppenbau eingesetzt werden, nimmt der Eichenanteil besonders auf Kosten der Buche ebenfalls seit Jahren kontinuierlich zu. Angesichts der guten Nachfrage  der Endverbraucher nach Holzprodukten aus Eiche darf es daher auch nicht verwundern, wenn  Echt-holzprodukte aus Eiche massenhaft durch täuschend ähnliche Eichennachbildungen (Dekore) z.B. im Möbelbau ersetzt werden.

Ein Ende des Eichen-Booms ist derzeit nicht in Sicht. Eichenholz als nachwachsender Rohstoff hat bei nachhaltiger Nutzung der Waldbestände und langer Nutzungsdauer durch den Menschen als Endprodukt eine hervorragende Ökobilanz.