Laubindustrieholz LKW-verladen
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Nadelschichtholz; Alle Bilder: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
Nadelschichtholz; Alle Bilder: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

(Februar 2017)

Industrieholz ist ein Holzsortiment, das als Koppelprodukt beim Holzeinschlag anfällt und wegen ungünstiger Dimension (i.d.R. zu schwach) oder Qualität (Grobastigkeit, Krümmungen, Verfärbungen, Fäulnis) für eine höherwertigere Verwendung in Säge- oder Furnierwerken nicht geeignet ist. Industrieholz wird verwertet, indem es mechanisch oder chemisch aufgeschlossen und zu Holzwerkstoffplatten (Span-, OSB- und Faserplatten), Holzschliff oder Zellstoff verarbeitet wird.

Beim Industrieholz gibt es hinsichtlich Frischegrad und Fasereigenschaften der verschiedenen Holzarten deutliche Qualitätsunterschiede, die mit entsprechenden Preisdifferenzierungen verbunden sind. Als „Papierholz“ (auch als Schleifholz bezeichnet) für die Herstellung von Holzstoff erzielt frisches Fichtenholz (in geringen Anteilen auch Kiefernholz) ohne Verfärbungen oder Fäule die höchsten Preise, gefolgt von Nadelindustrieholzqualitäten, die für die Produktion von OSB-Platten geeignet sind und ebenfalls aus produktionstechnischen Gründen einen gewissen Frischegrad aufweisen müssen. Geringere Ansprüche an die Qualität und den Frischegrad des Holzes stellen die Werke, die - vor allem aus Fichte und Buche - Zellstoff herstellen. Besonders tolerant hinsichtlich der Qualitäten der verarbeiteten Laub- und Nadelindustriehölzer sind die Produktionslinien für Spanplatten und Faserplatten (in Rheinland-Pfalz insbesondere MDF/HDF).

In dem Fünfjahreszeitraum 2012 bis 2016 wurden in Rheinland-Pfalz auf den vom Landesbetrieb von Landesforsten betreuten Waldflächen im Mittel etwa 2,7 Millionen Kubikmeter (auch als Festmeter bezeichnet, abgekürzt fm) Holz pro Jahr geerntet und durch den Landesbetrieb verkauft. Etwas mehr als ein Fünftel dieses Holzeinschlags wurde als Industrieholz ausgehalten und – teils über Händler - an die industriellen Großabnehmer der Holzwerkstoff-, Papier- und Zellstoffindustrie verkauft. Knapp 170.000 Kubikmeter des jährlichen Industrieholzaufkommens entfielen dabei auf Laubholzarten, in erster Linie auf die Buche (knapp 80%), gefolgt von der Eiche (etwa 10%) und den übrigen Laubhölzern (weitere 10%). Aus dem Einschlag von Nadelhölzern wurden im Mittel der letzten fünf Jahre rd. 450.000 Kubikmeter Industrieholz pro Jahr (Fichte 62%, Kiefer 20%, Douglasie 14% und Lärche 4%) verkauft. Fast 40% des Fichten- und nicht ganz 2% des Kiefernindustrieholzes finden Verwendung als vergleichsweise „hochpreisiges“ Papierholz. Papierholz wird mittels Holzschliffverfahren mechanisch zu Holzstoff zerfasert, der wiederum ein wichtiges Ausgangsprodukt für die Papierproduktion darstellt. Die übrigen Nadelindustriehölzer ebenso wie das Industrieholz der Laubholzarten werden zur Produktion von Holzwerkstoffplatten und Zellstoff genutzt. Angeboten und verkauft wird Industrieholz von den Landesforsten als Schichtholz (vorzugsweise Nadelholz) in Längen von 2,00, 2,50 oder 3,00 Meter, abgerechnet i.d.R. nach Raummeter (teils aber auch nach Gewicht), sowie als Kranlängen mit 4 bis 7 Meter Länge oder baumfallend ab 8 Meter Länge, wobei die beiden letztgenannten Sortimente regelmäßig auf Gewichtsmaßbasis vermarktet werden. Die Preise für Industrieholz liegen unter denen für sägefähige Sortimente und erreichten im Mittel des Fünfjahreszeitraumes 2012 bis 2016 rd. 50 €/fm bei Fichtenpapierholz, rd. 38 €/fm bei den übrigen Nadelindustriehölzern, knapp 47 €/fm bei der Buche, fast 45 €/fm bei der Eiche und etwa 36 €/fm beim übrigen Laubholz..