Ein Blockhaus entsteht; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
Ein Blockhaus entsteht; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

Die zahlreichen Holzarten, die unterschiedlichen Wuchsgebiete und kleinstandörtlichen Wuchsbedingungen, der Holzaufbau oder das Alter sind die Voraussetzungen dafür, dass das Naturprodukt Holz eine breit gefächerte Palette biologischer, chemischer, technologischer und optischer Eigenschaften bietet. Daraus resultiert die vorteilhafte Vielfalt seiner Verwendungsmöglichkeiten. Ob im Hausbau, bei der Möbelherstellung, ob im Innenausbau oder zur Herstellung von Dämmstoffen oder Papier, für jeden Verwendungszweck gibt es das richtige Holz.

Mit waldbaulichen Pflegemaßnahmen können die Forstleute bis zu einem gewissen Grad die Aufwuchsbedingungen und damit bestimmte Holzeigenschaften mit beeinflussen. Zum Beispiel: In Waldbeständen, in denen Bäume sehr dicht nebeneinander aufwachsen, bildet das Holz enge Jahrringabstände. Das erzeugt in der Regel einen viel feineren Holzaufbau als bei Bäumen, die in lichten Waldbeständen heranwachsen.
Das forstliche Handeln richtet sich nach den Gesetzmäßigkeiten der naturnahen Waldbewirtschaftung. Diese verfolgt das Ziel, die standörtlichen Voraussetzungen entsprechend den Anforderungen der verschiedenen Baumarten optimal auszunutzen. Dadurch wird ein breites Angebot von vielen verschiedenen Holzarten mit den unterschiedlichsten Eigenschaften sicher gestellt, deren Verwendung nachkommenden Generationen überlassen wird.

Die Kenntnisse um die unterschiedlichen Eigenschaften von Holz sind der Schlüssel für seine spätere sinnvolle Verwendung. Stetige Holzverwendung sichert langfristig auch das notwendige interdisziplinäre Fachwissen, dass von Handwerksgeneration zu Handwerksgeneration weitergegeben wird.

Als bedeutende Holzeigenschaften sind besonders hervorzuheben:

Holz eignet sich traditionell auch hervorragend zum Bau von Brücken ...
Holz eignet sich traditionell auch hervorragend zum Bau von Brücken ...
... und zur Herstelleng von Fässern; alle Bilder: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
... und zur Herstelleng von Fässern; alle Bilder: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
  • Festigkeit und Elastizität
    In seiner Vielfalt reicht Holz vom hochfesten und wenig elastischen bis hin zum wenig festen aber hochelastischen Rohstoff. Druck-, Zug- und Biegefestigkeitswerte unterstreichen seine besondere Eignung als Bau- und Werkstoff. Im Vergleich zu anderen Materialien besticht Holz in der Kombination seines spezifischen Gewichts und seiner mechanische Bearbeitbarkeit.
  • Thermischen Eigenschaften
    Die äußerst geringe Wärmeleitfähigkeit ist bezeichnend. Holz wurde und wird deshalb immer gerne dort eingesetzt, wo Menschen sich gegen große Hitze oder vor großer Kälte schützen müssen, sei es als Griff an Kochtöpfen oder Kochlöffeln, an Trägern von Zündstoffen (genial bei Zündhölzern) oder beispielhaft als Wärmeisolierung in Hauswänden. Ein weiterer Vorzug ist die minimale Wärmeausdehnung. Gerade in der Tragwerkskonstruktion beweist Holz im Brandfalle gegenüber Stahl oder Beton ein wesentlich höheres Standvermögen. Stahl verbiegt sich, Beton wird brüchig und instabil. Holzkonstruktionen behalten bei ausreichendem Querschnitt auch bei extremer Hitze ihre Stabilität und ermöglichen eine sichere Brandbekämpfung, im Gegensatz zu Stahl und Beton.
  • Akustischen Eigenschaften
    Aus dem Instrumentenbau ist Holz nicht wegzudenken. Wegen seiner guten Klangeigenschaften findet Holz auch hier vielfältige Verwendung. In der kleinen Geige, in vielen Blasinstrumenten bis hin zur Orgel wird die Klaneigenschaft von Holz zum Hörgenuss. Sehr häufig wird Holz auch zur Ausgestaltung von Konzertsälen und damit zur Verbesserung der Raumakustik genutzt. Den Akustikern ist dabei nicht verborgen geblieben, dass die Ausrichtung der Holzfasern die Geschwindigkeit der Schallausbreitung erheblich beeinflusst. Parallel zur Holzfaser ist die Schallleitung schneller als quer zur Holzfaser.

Beim Hausbau sind diese Eigenschaften eher nachteilig. Jedoch wissen die Bauingenieure durch bautechnische und konstruktive Maßnahmen einen guten Schallschutz zu erreichen.

In den Wäldern von Rheinland-Pfalz steht eine bunte Palette von rund 50 Baumarten in ihrer Vielfalt zur Verfügung, wobei Fichte, Buche, Kiefer und Eiche als Baurohstoff die größte Bedeutung haben.