Neben den Klima- und Umweltschutz relevanten Aspekten der Holz-Sonne-Kopplung ist gerade die Energieeinsparung und Energieeffizienz ein wesentliches Motiv für die Initiative von Landesforsten. Hier ist die Wissensvermittlung um die Bedeutung der Zusammenhänge beim Heizen mit Holz in Verbindung mit sich ergänzenden erneuerbaren Energien, wie die Solarthermie, ein besonderer Schwerpunkt.
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das jährlich nachwachsende, aber durch die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder mengenmäßig begrenzt vorhandene Energieholzpotential sparsam, effizient und umweltschonend genutzt werden kann. Gerade im Zusammenhang mit der energetischen Sanierung von Gebäuden in Kombination mit sonnenunterstütztem Heizen sind Einsparungen von 70 bis 85 % der bisherigen Heizstoffe möglich. Gerade bei Brennholz wäre damit eine massive Ausweitung des Nutzerkreises möglich.

Während bei reinen Holzfeuerungen zur Warmwassererzeugung außerhalb (und bei Einzelöfen sogar auch während) der Heizperiode z.B. Öl, Gas oder Strom eingesetzt werden muss, ergänzen sich bei der Holz-Sonne-Kopplung beide Energieformen in idealer Weise:
In der warmen Jahreszeit erhitzt die Sonne über die Solarkollektoren das Brauchwasser. Bei einer entsprechenden Kollektorgröße kann darüber hinaus in der Übergangszeit auch der Heizwärmebedarf ganz oder teilweise gedeckt werden. In der eigentlichen Heizperiode erfolgt dann die Aufheizung des solar vorgewärmten Wassers auf Nutztemperatur durch die Verbrennung von Holz, dessen Brennwert letztlich nichts anderes ist als gespeicherte Sonnenenergie. Mit Fug und Recht kann bei dieser Art der Energieversorgung also von "100 Prozent Energie aus der Sonne" gesprochen werden.

Zukunftsfähig durch Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer, sozialer Aspekte

Eine nachhaltige Energieversorgung auf Basis der Holz-Sonne-Kopplung ist nicht nur für die Umwelt ein Gewinn.
Als leitungsunabhängige Technik erscheint die Holz-Sonne-Kopplung für den ländlichen Raum mit seinen dezentralen Strukturen besonders geeignet. Die kostenlose Sonne und das "Holz aus der Region" gewährleisten eine hohe Versorgungssicherheit. Sie schaffen Arbeit und Einkommen in der Region, nicht nur im Rahmen der Holzbereitstellung, sondern auch in innovativen Unternehmen, die in der Nutzung regenerativer Energien einen Zukunftsmarkt erkannt und sich entsprechend qualifiziert haben.

Ausblick

Die Rolle als innovativer Vorreiter und Impulsgeber will Landesforsten Rheinland-Pfalz auch in Zukunft beibehalten. Hier gilt es die Zusammenarbeit mit Institutionen zu verstärken, die sich um die Implementierung der 3 E`s – Energieeinsparung, Energieeffizienz und Erneuerbare Energie - bemühen.
Die Aufgaben: Einsparung, Effizienz, Erneuerbar sind die großen anzustrebenden Ziele.
Aus diesem Grund arbeitet der Bereich Holzenergie von Landesforsten auch mit den regionalen Energieagenturen, der Energieagentur Rheinland-Pfalz, dem Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Rheinland-Pfalz, dem Umweltcampus Birkenfeld, der Transferstelle für Rationelle und Regenerative Energienutzung Bingen (TSB Bingen) und ähnlichen öffentlich unterstützten Institutionen zusammen.
Wer konsequent die 3 E`s bei der Sanierung und Renovierung seines Hauses oder Wohnung umsetzt, kann durch Dämmung von Hauswänden und Dachböden, Einbau moderner Mehrfachfenster und Außentüren gut die Hälfte der bisher verbrauchten Energie sparen. Wenn zusätzlich noch die alten oder älteren Öfen und Kessel gegen neue, effiziente und saubere Öfen und Kessel in Verbindung mit einem ausreichend großen Pufferspeicher getauscht werden, kann der Brennstoffeinsatz um 40 bis 50 % gesenkt werden.

Biomasse wird zukünftig verstärkt nachgefragt werden. Studien gehen davon aus, dass im Jahr 2020 in Deutschland eine Differenz zwischen Angebot und Nachfrage beim Holz von ca. 35 Mio. m³/Jahr bestehen wird. Die bisherige Angebotsmenge an Holz aus unseren Wäldern ist aber kaum mehr steigerungsfähig, ohne das gesetzlich vorgeschriebene und seit über 300 Jahren von der deutschen Forstwirtschaft praktizierte Prinzip der Nachhaltigkeit zu durchbrechen.

Herausforderung Bioökonomie

In Zukunft werden fossile Reserven immer knapper. Die Basis unserer Wirtschaft beruht jedoch momentan noch auf der Nutzung von fossilen Rohstoffen wie Öl, Gas und Kohle. Diese Nutzung geht einher mit erheblichen Belastungen für die Umwelt und das Klima. Um diese Belastungen zu reduzieren, ist ein Umdenken von fossilen Rohstoffen auf nachwachsende Rohstoffe notwendig. Eine Umstellung der Wirtschaft von fossilen auf nachwachsende Rohstoffe (Bioökonomie) kann zu einer stark steigenden Nachfrage nach dem Rohstoff Holz führen. Um diese Nachfrage nicht zu Lasten des Waldes zu befriedigen, ist ein noch effizienterer Einsatz des CO₂-neutralen „Öko-Rohstoffes“ Holz notwendig.