In Folge des Sturmes Kyrill Mitte Januar 2007 sind auch im Bereich des Forstamtes Adenau große Mengen Sturmholz, zum überwiegenden Teil Fichte, angefallen. Der Holzmarkt ist nicht in der Lage, diese Holzmengen sofort aufzunehmen, so dass wir das Holz konservieren müssen, um es zu einem späteren Zeitpunkt zu vermarkten. Größter Risikofaktor ist neben der Zersetzung der Stämme durch Pilze die Entwertung durch den Befall von Borkenkäfern und anderen im Holz lebenden Insekten. Zwei Methoden bieten sich dabei zur Konservierung an:

Nasslager, in denen das Holz permanent mit Wasser bespritzt wird, um die Holzfeuchte auf einem so hohen Niveau zu halten, dass weder Insekten noch Pilze geeignete Lebensbedingungen finden. 1000 Festmeter werden in den kommenden Wochen in ein Nasslager des Forstamtes Gerolstein gefahren, weitere 5000 Festmeter wurden bereits ein ein Nasslager der Firma Hermes-Holz eingelagert. Das Holz kann so über eine Zeitraum von mehreren Jahren ohne Qualitätsverlust konserviert werden.

Trockenlager, in denen Fichtenstämme auf Poltern bis etwa zwei Jahren gelagert wird. Wenn die Möglichkeit besteht, das Holz im Abstand von mindestens 500 Metern zum nächsten Fichtenwald zu lagern, ist eine Entrindung und eine vorbeugende Behandlung mit Insektiziden nicht nötig.

Entrindetes Holzpolter
Entrindetes Holzpolter

Besteht diese Möglichkeit nicht, kann das Holz auch im Wald gelagert werden. Dann muss das Holz allerdings entrindet oder mit einem Insektizid behandelt werden. Die Entrindung entzieht den rindenbrütenden Borkenkäfern wie beispielsweise dem Buchdrucker die Brutmöglichkeit und tötet sich bereits in der Rinde befindende Käferlarven. So wird verhindert, dass die Holzpolter eine Massenvermehrung des Buchdruckers begünstigen. Die Entrindung bewirkt auch eine raschere Herabtrocknung des Holzes auf eine geringe Holzfeuchte, die Pilzsporen keine Entfaltungsmöglichkeit mehr bietet.

Schälmesser und Vortriebswalzen
Schälmesser und Vortriebswalzen

Werden einzelne Stämme noch von Hand entrindet, ist bei größeren zu entrindenden Holzmengen der Einsatz einer Schälmaschine rentabel.
Die Schälmaschine wird von zwei Fahrern bedient und besteht aus einer Zugmaschine und einem Anhänger. Zusätzlich gehört noch ein Werkstattwagen zum System, in dem Ersatzteile und Werkzeug für einfache Reparaturen an der Schälmaschine mitgeführt werden. Zugmaschine und Anhänger sind jeweils mit einem hydraulischen Kran ausgerüstet, mit denen die Stämme manipuliert werden. Die Schälmesser befinden sich auf dem Anhänger und werden zusammen mit dem Kran des Anhängers über einen separaten Dieselmotor angetrieben.

 

Schälmaschine im Einsatz
Schälmaschine im Einsatz

Zugmaschine und Anhänger werden mit etwas Abstand voneinander neben dem zu schälenden Holzpolter abgestellt. Der Bediener des Zugmaschinenkrans hebt die Stämme vom Polter auf die Zugmaschine und führt sie mit dem dünnen Ende voran in das Schälaggregat ein. Wenn sie dort entrindet herauskommen, werden sie vom Bediener des zweiten Krans auf dem Anhänger in Empfang genommen und hinter dem noch zu schälenden Polter abgelegt. Dabei werden die einzelnen Lagen auf ebenfalls entrindeten Stämmen gelagert. Dies ermöglicht ein schnelleres Trocknen der Stämme. 

Die Fotos entstanden am 11. Juli 2007 im Staatswald des Forstreviers Adenau, die abgebildete Schälmaschine ist am forsttechnischen Stützpunkt Hermeskeil stationiert. Die Tagesleistung beträgt, abhängig von der Poltergröße und Konzentration der Holzpolter, zwischen 300 und 500 Festmeter.

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