Unscheinbar, aber für die Esche tödlich: Das Falsche Weiße Stängelbecherchen; Foto: Andreas Michel

Seit 2002 wird das Eschentriebsterben in Deutschland beobachtet, mittlerweile ist es auch im Bereich des Forstamtes Adenau sichtbar. Erreger dieser Krankheit, die ausschließlich Eschen befällt, ist ein aus Japan stammender unscheinbarer Pilz, das Falsche Weiße Stängelbecherchen. Dieser Pilz lebt in der vorjährigen Laubstreu erkrankter Eschen, wo er von Mai bis August weiße, nicht mal erbsengroßen Fruchtkörper bildet, aus denen bis 1500 Sporen pro Stunde in die Luft geschleudert werden können. Über den Wind werden die Sporen auch über große Entfernungen transportiert. Gelangen sie auf Blätter gesunder Eschen, dringen sie in das Blatt oder über die Blattstiele in die Triebe ein und beginnen ihr zerstörerisches Werk. Als Folge der Infektion werden die geschwächten Eschen häufig von weiteren Pilzen wie dem Hallimasch befallen; diese Bäume sterben meist innerhalb weniger Jahre ab.

Von außen abgestorbene Triebe in einer Eschenkrone; Foto: Andreas Michel

Für den Laien gut sichtbar sind die Schäden im Kronenbereich. Die Kronen werden lichter, die Triebe sterben von außen nach innen ab, schon im August liegen abgeworfene Blätter unter den Bäumen. Befallen werden Eschen in allen Altersstufen, eine Bekämpfung des Eschentriebsterbens ist nicht möglich. Stark befallene ältere Eschen sollten forstlich genutzt werden, bevor das Holz durch weitere Pilze entwertet wird. Von Neuanpflanzungen raten derzeit alle Experten ab, da die forstliche Zukunft der Baumart Esche zumindest fraglich ist. Zwar scheint ein kleiner Teil gegen den Pilz immun zu sein, ob aber aus diesen Exemplaren eine neue Generation gesunder Eschen gezüchtet werden kann, bleibt abzuwarten.