Begutachten des Fangs; Foto: Dietmar Ebi
Begutachten des Fangs; Foto: Dietmar Ebi

Im Rahmen der Kampagne „TreffpunktWALD“ von Landesforsten Rheinland-Pfalz bot das Forstamt Adenau am 29. August 2008 eine Gewässeruntersuchung an. Gerüstet mit Gummistiefeln und verschiedenen Gerätschaften folgten elf Jugendliche dem Angebot und machten sich gemeinsam auf den Weg zum Adenauer Bach. 

„Warum sind die Fische denn tot?“, wollte sofort ein Junge wissen, als die Gruppe an den Bach gelangte. Tatsächlich befanden sich auf dem Bachgrund zahlreiche Fischleichen. Förster Dietmar Ebi wies darauf hin, dass er am Anfang der Woche noch keine Auffälligkeiten feststellen konnte. Vermutlich wurde in der Zwischenzeit etwas in den Bach eingeleitet, was in der Natur nichts zu suchen hat und worauf die Fische mit einem Fischsterben reagierten. Aus dieser Beobachtung heraus entstand eine sehr intensive Diskussion über den Umgang von Menschen mit der Natur.

Vorbereitungen für die Ermittlung der Fließgeschwindigkeit; Foto: Dietmar Ebi
Vorbereitungen für die Ermittlung der Fließgeschwindigkeit; Foto: Dietmar Ebi

Anschließend erkundeten sie in Gruppenarbeit verschiedene Eigenschaften von Gewässern. Am einfachsten war noch die Ermittlung der Wassertemperatur, doch wie sollte man die Farbe des Wassers oder dessen Geruch beschreiben. „Das riecht normal und sieht auch so aus“, war die Antwort einiger Teilnehmer. 

Anspruchsvoll wurde es, die Fließgeschwindigkeit des Baches selbst zu ermitteln. Hierzu wurde mit Fluchtstäben eine bestimmte Strecke des Baches markiert. Ein Blatt oder ein Holzstück wurde dann auf die Reise geschickt und die Zeit gestoppt, die dieses „Schiff“ benötigte, um die abgesteckte Strecke zu passieren. Die Kinder waren sehr erstaunt darüber, dass die Fließgeschwindigkeit im Bachverlauf variiert. Förster Ebi erklärte ihnen, womit das zusammenhängt.

Gruppe nach erfolgreicher Wasserjagd; Foto: Dietmar Ebi
Gruppe nach erfolgreicher Wasserjagd; Foto: Dietmar Ebi

Nachdem auch der pH-Wert des Wassers ermittelt war, ging es auf die Jagd. Bewaffnet mit Sieb und Becherlupe wurde jeder Stein umgedreht und etwaige „Flüchtlinge“ mit dem Sieb eingefangen. Vorsichtig in ein Glas oder die Becherlupe umgesiedelt, wurden die verschiedenen Lebewesen bestimmt. „Wie seltsam doch die Larven von Stein- oder Eintagsfliegen aussehen“, äußerte sich ein Wasserforscher. Mit jedem Fund steigerte sich der Eifer der jungen Jäger. Diese waren so engagiert bei der Sache, dass die teilweise mit Wasser volllaufenden Stiefel überhaupt nicht registriert wurden. 

Am Haus des Waldes zurückgekehrt verabschiedeten sich die jungen Gewässerforscher von Förster Ebi mit glänzenden Augen. Stolz begrüßten sie ihre Eltern mit einer Aufzählung dessen, was sie alles entdeckt und erlebt haben.