FSME-Risikogebiete Deutschland; Bild: www.zecken.de
FSME-Risikogebiete Deutschland; Bild: www.zecken.de

Durch Zeckenstiche können schwerwiegende Krankheiten hervorgerufen werden. Die Erreger befinden sich im Speichel der Zecke. Zum einen kann ein Virus übertragen werden, der die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslöst. Zum anderen kann ein Bakterium in die menschliche Blutbahn gelangen, das die Infektionskrankheit Borreliose hervorruft. Der Zecke selbst können diese Krankheitserreger nichts anhaben.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine Erkrankung des Zentralen Nervensystems, also des Gehirns und des Rückenmarks. Nach einer Vorphase von 1 bis 6 Tagen mit uncharakteristischen, grippeartigen Erscheinungen wie Fieber, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Störungen kommt es zunächst zu einem beschwerdefreien Intervall von 7 bis 10 Tagen. Danach kann es zu einem erneuten Fieberanstieg mit Hirnhautentzündung, Gefühlsstörungen und Lähmungen kommen. Sehr hoch ist die Gefahr der Infizierung in den südlichen Teilen Deutschlands, besonders in Bayern und Baden-Württemberg. Aber auch in Rheinland-Pfalz wie auch in anderen Ländern tritt die FSME auf. Doch muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es nicht nach jedem Zeckenbiss zu einer Erkrankung kommt. In ganz Deutschland erkranken jährlich etwa 200 bis 250 Menschen an FSME. Das sind ungefähr so viele Fälle wie ein rheinland-pfälzischer Försterinnen und Förster in seinem Leben Zeckenbisse bekommt! Eine Therapie der Krankheit gibt es nicht, aber mit einer Impfung lässt sich wirksam vorbeugen. Diese Impfung besteht aus drei Teilimpfungen, wobei die zweite Impfung im Abstand von 1 bis 3 Monaten, die dritte nach 9 bis 12 Monaten erfolgt. Der Impfschutz hält etwa 3 bis 4 Jahre. Die Borreliose kommt weitaus häufiger vor als die FSME. Jährlich gibt es in Deutschland rund 30.000 bis 80.000 Neuinfektionen. Etwa 100.000 Menschen leiden an einer chronischen Borreliose. Erstes Symptom der Krankheit ist eine sich ständig vergrößernde, kreisrunde Rötung um den Einstich, die auch ”Wanderröte” genannt wird. Die Wanderröte kann Stunden bis Wochen nach dem Stich oder auch überhaupt nicht auftreten. Die Erkrankung kann auch ohne diese Röte beginnen. Die Symptome sind ähnlich wie bei der FSME: Abgeschlagenheit, Grippegefühl, Muskel- und Kopfschmerzen und Schwindel. Wer diese Symptome falsch einschätzt und sich nicht behandeln lässt, läuft Gefahr einer Beteiligung des Zentralen Nervensystems mit zum Beispiel Hirnhautentzündung und Lähmungen, einer Beteiligung des Herzens mit zum Beispiel Rhytmusstörungen und Augenbeschwerden. Als Spätfolgen können Erkrankungen der Gelenke (besonders Knie- und Sprunggelenke, Ellenbogen, Rheuma), chronische Entzündungen der Haut, Herzbeschwerden und Störungen im Nervensystem auftreten. Gegen die Borreliose gibt es in Deutschland noch keinen wirksamen Impfstoff. Siekommt flächig in ganz Deutschland vor.