Fuchswelpe; Bild: Landesforsten
Fuchswelpe; Bild: Landesforsten

Nach einem Biss gerät das Virus in Kontakt mit den freien Nervenendigungen, vermehrt sich und wandert entlang der Nervenbahnen über das Rückenmark ins Gehirn. Von hier aus vermehrt es sich erneut und gelangt vor allem in die Speicheldrüsen, die Bauchspeicheldrüse und die Haarbalgdrüsen, wo sich ein erneuter Vermehrungsprozess anschließt und so die Viren mit dem Sekret abgegeben werden. Der Virus kann nicht die intakte Haut durchdringen. Einzige Form der Übertragung ist die durch Verletzungen, Wunden, Kratzer und dergleichen. Die Inkubationszeit, also die Dauer von der Infizierung bis zum Ausbruch der Krankheit, dauert unterschiedlich lange. Sie ist abhängig von der Virusmenge und Lage der Bissstelle. Je näher die Wunde am Zentralnervensystem liegt, desto kürzer ist die Inkubationszeit. Die Angaben liegen bei 5 Tagen bis zu einem Jahr. Erste Symptome sind lokale Schmerzen und Juckreiz an der Bisswunde, Fieber, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. In einer zweiten Phase folgen motorische Unruhe, Angstgefühle und Krämpfe. Durch Krämpfe der Schluckmuskulatur hat man Angst zu trinken beziehungsweise zu schlucken, so dass der Speichel aus dem Mund läuft. Man ist abwechselnd aggressiv und depressiv und hat eine schreckliche Angst vor Wasser (Hydrophobie) und vor Licht (Photophobie). In der letzten Phase lassen Krämpfe und Unruhe nach, Lähmungen verstärken sich und führen in allen Fällen zum Tod. Tollwutkranke Tiere zeigen abnormes Verhalten, Vertrautheit, Störungen der Augenmotorik, starken Speichelfluss, heisere Stimme und ebenfalls die Angst vorm Wasser.