Schematische Darstellung Fuchsbandwurm; Bild: Landesforsten
Schematische Darstellung Fuchsbandwurm; Bild: Landesforsten

Der nur 1 bis 3 Millimeter lange „Kleine Fuchsbandwurm“ lebt im Dünndarm von Wirtstieren (insbesondere Hundeartigen (Canidae) und Katzenartigen (Felidae)), vorzugsweise des Fuchses (Vulpes vulpes), zunehmend aber auch des Marderhundes (Nyctereutes procyonoides). Er schadet den Füchsen nicht, produziert aber in großer Menge Eier, die mit dem Fuchskot ausgeschieden werden und so auf den Boden und an Bodenpflanzen gelangen. Die Eier sind sehr widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse und haften auf Gräsern, Beeren, Pilzen und allem, was sich in der Nähe des Waldbodens befindet. Sie bleiben über Monate infektiös.

Auch in Deutschland ist der Fuchsbandwurm mit regional unterschiedlichen Befallsraten bei Füchsen verbreitet. Untersuchungen auf Fuchsbandwurm in Rheinland-Pfalz ergaben eine Befallsrate von 25-30 % . Die Erkrankung eines Menschen durch den Kleinen Fuchsbandwurm (alveoläre Echinococcose) ist seit Einführung des neuen Infektionsschutzgesetzes ab dem 01.01.2001 meldepflichtig. Mit jährlich zwischen 13 und 23 Neuerkrankungen gehört die alveoläre Echinokokkose zu den seltenen Krankheiten in Deutschland. Laut dem Epidemiologischen Bulletin Nr. 15 (13.04.2006) werden jedes Jahr zwischen 4 und 23 Neuerkrankungen an alveolärer Echinokokkose gemeldet (niedrigster Wert im Jahr 1995; höchster Wert bislang anno 2000).

Die weite Verbreitung des Erregers in Füchsen und die niedrigen Erkrankungszahlen beim Menschen weisen auf ein begrenztes Infektionsrisiko hin. Das heißt, dass nicht jede Aufnahme von Fuchsbandwurmeiern zu einer Erkrankung bzw. Infektion führen muss. Dieses könnte durch einen hohen Grad an angeborenen Abwehrkräften gegenüber einer Infektion begründet sein. Das Verhältnis von Eiaufnahme und tatsächlicher Erkrankung wird auf 9 zu 1 geschätzt. 

Trotz der eher geringen Ansteckungsgefahr sollten Sie unsere Hinweise zum Schutz vor Infektionen beachten, um sich sicher im Wald aufhalten und die Natur genießen zu können.