Schematische Karte mit Lageorten der einzelnen Stationen sowie der Infostätte "Mensch & Natur", des Forstamtes Schneifel, des Kurparks, des Campingplatzes und der Skihütte.

1. Fichtenreinbestand 

  • Geprägt durch Artenarmut an Pflanzen und Tieren, durch Monotonie und Leere des oberirdischen Raumes. 
  • Boden kaum bewachsen; gelegentlich Heidelbeere, Drahtschmiele und Moose als Säureanzeiger. 
  • Wenige Tierarten, aber rinden- und holzbrütende Borkenkäferarten. Auch Bodenfauna artenarm. 

2. Eichen-Buchen-Tannenmischbestand 

  • Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Baumarten: Eichen, Buchen, Weißtannen und Fichten. 
  • Auch standorttypische Bodenpflanzen wie Himbeere, Brombeere und Holunder. Waldstreu gut durchlüftet und reichlich vorhandene Bodenwühler. 
  • Neben vielen Vogelarten auch Reh, Fuchs und Hase. 

3. Waldboden/ Nährstoffkreislauf 

  • Der Waldboden ist beim Fichtenreinbestand dicht gepackt, verklebt, plattig und arm an Hohlräumen. 
  • Beim Laubwald weiche Bodenauflage; darunter eine ausgeprägt krümelige, lockere und humusreiche Oberschicht mit starker tierischer Aktivität. 
  • Die geologischen Formationen bilden die Grundlage für den darüber liegenden Mineralboden und sind in den Nährstoffkreislauf mit einzubeziehen. 
  • Laub- und Mischwaldbestände bauen eine vortreffliche Bodenqualität auf. Sie erschließen in den tieferliegenden Schichten eine ergiebige Nährstoffquelle, die als "nachschaffende Kraft des Bodens" die Lebensprozesse fördert und für mehr Lebensvielfalt sorgt.

4. Walderneuerung nach einer Katastrophe oder einem Kahlschlag 

  • Der gesamte Bestand an starken Bäumen durch Sturmwurf 1990 vernichtet. 
  • Infolge erhöhten Licht- und Wassergenusses am Boden reichhaltiger Bewuchs an schnellwachsenden Kraut-, Strauch- und Pionierholzarten (sogenannte Schlagflora). 
  • Typische Vertreter sind unter anderm Waldweidenröschen, Himbeere, Brombeere, Holunder, Vogelbeere, Birke, Eiche und Fichte. 
  • Weitere Entwicklung: allmählich Bildung eines Vorwaldes unter gezielter Förderung der Wirtschaftsbäume, die später den Vorwald ablösen. 

5. Waldpflege und Waldverjüngung in der naturnahen Waldwirtschaft 

  • Ungleichaltriger Wald mit hohem Anteil an Eichen und Buchen (etwa 130-jährig), daneben Schlagflora mit geschütztem Jungwuchs und Unmengen an Sämlingen von Eichen, Buchen, Ahorn, Weißtanne, Douglasie und Fichte. 
  • Ziel: Entwicklung eines Plenterwaldes, der mehrschichtig und ungleichaltrig ist und damit alle Entwicklungsstufen zeigt. 

6. Waldnutzung 

  • Im Wirtschaftswald nutzt der Mensch den Holzzuwachs durch Entnahme bestimmter Bäume bei Pflegemaßnahmen (Durchforstung) und durch die Ernte eines haureifen Baumes (Zielstärkennutzung). 
  • Im Idealfall ist die Höhe der Entnahme gleich dem Holzzuwachs in einer bestimmten Zeit. 
  • Bei der Holzproduktion keinerlei Umweltbelastung, da die Prozesse selbsttätig ablaufen ohne Einsatz von Zusatzenergie, Düngemitteln und Giften zur Sicherung der Produktion. 
  • Die Vorteile des nachwachsenden Rohstoffes Holz liegen unter anderem in der gesundheitlich unbedenklichen Verwendung und Benutzung sowie in der unproblematischen Entsorgung. 
  • Volkswirtschaftliche Bedeutung der Holzproduktion - Arbeitsplätze in der Forstverwaltung und im gewerblichen Sektor. 

7. Plenterwald 

  • Der Plenterwald ist die älteste Form der Waldnutzung. 
  • Merkmale: Auffallender Arten- und Strukturreichtum, Ungleichaltrigkeit, stufenweiser Aufbau, Naturverjüngung. 
  • Nutzung erfolgt einzelstammweise. Grundsätzlich kein Kahlschlag. 
  • Typisch für die Struktur des Plenterwaldes sind hohe Stammzahlen mit schwächeren Durchmessern. Je stärker der Durchmesser, um so geringer die Stammzahl. 
  • Bei idealen Strukturen wird genau soviel Holz genutzt wie hochwächst. 
  • Im Vergleich mit der Kahlschlagwirtschaft zeigt der Plenterwald unter anderem höhere Wuchsleistungen und geringere Betriebskosten; er hält das Waldinnenklima weitgehend konstant und die Bodenkraft bleibt erhalten. 

8. Wald und Wasser 

  • Wasser ist auf der gesamten Erde immerwährend in einem großen Kreislauf in Bewegung. Wälder spielen dabei eine wichtige Rolle. 
  • Das Wasser wird großenteils vom Waldboden aufgenommen und gespeichert. Es bereichert das Grundwasser und wird nur allmählich wieder abgegeben. 
  • Durch die ausgleichende Wirkung werden Hochwasser- und Dürreschäden vermieden. 
  • Im Frühjahr verzögert sich die Schneeschmelze und bei plötzlich eintretendem Tauwetter werden Hochwasserspitzen deutlich abgeschwächt. 
  • Bekannt ist auch die große Filterwirkung des weichen Waldbodens, der für sauberes und klares Wasser sorgt und für die Trinkwassergewinnung unentbehrlich ist. 
  • Im Wald gelangen Schadstoffe gar nicht erst ins Wasser hinein, weil Dünger und Pestizide nicht eingesetzt werden. 

9. Wald und Erholung 

  • Neben dem Wirtschaftswald als Produktionsstätte kommt dem Wald mit seinem Erholungswert vermehrte Bedeutung zu. Daher die große Anziehungskraft auf jung und alt. 
  • Zunächst sind es die klimatischen Gegebenheiten, die der Mensch so wohltuend empfindet: Die Kühle im Sommer und die angenehme Temperatur im Winter, die hohe Luftfeuchtigkeit und der beruhigte Wind sowie schließlich die saubere und vor allem sauerstoffreiche Luft. 
  • Darüber hinaus werden alle Sinne angesprochen. Die Augen nehmen den Strukturreichtum des Waldes wahr, die scheuen Tiere, die den Besucher gelegentlich bewundernd innehalten lassen, die Farbvariationen und den abwechslungsreichen Baumbestand. 
  • Dabei strahlen manche Baumriesen Würde, Erhabenheit und Ruhe aus. Die Nase erfreut sich an der typischen Waldluft mit den vielen Aromastoffen, die vom Waldboden, von den Nadeln, Blättern und Blüten herrühren, und die Ohren nehmen wohlwollend das muntere Vogelgezwitscher auf. 
  • Alle Sinneswahrnehmungen zusammen wirken wohltuend auf Herz und Gemüt und vermitteln den Eindruck erhöhter Lebensqualität. 

10. Wald und Naturschutz 

  • Die Funktion als Lebensraum wird am besten durch den naturnahen Aufbau des Waldes erfüllt in Verbindung mit der gezielten Erhaltung und Sicherung wertvoller Einzelbiotope. 
  • Das Thema Naturschutz im Wald soll am Beispiel der Lebensräume Totholz, Waldwiese und Waldrand betrachtet werden. Bei der Aufarbeitung des Sturmholzes von 1990 wurde bewußt auf die Beseitigung des sogen. Schlagabraumes verzichtet. 
  • Inzwischen zeigen Untersuchungen am stehenden Totholz eine erstaunliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Viele leben von den Totholzbewohnern, andere benutzen diesen Bereich auch als Brutraum. 
  • Die Waldwiese erhöht die Strukturvielfalt und stellt eine Bereicherung des ansonsten geschlossenen Waldes als Lebensraum dar. Die Qualität des Biotops wird erhöht durch stark variierende Licht-, Wärme- und Feuchtigkeitsverhältnisse und durch einen kleinen Bach, der Verhältnisse schafft. 
  • In der Übergangszone zwischen Wiese und Wald hat sich ein Waldinnenrand ausgebildet, der als Lebensraum besonders attraktiv ist, da seine Bewohnerinnen und Bewohner sowohl den Wald als auch die angrenzenden Flächen als Nahrungs-, Schutz und Fortpflanzungsraurn leicht erreichen können (Grenzlinieneffekt). 
  • Aufgrund der großen Bedeutung eines richtig aufgebauten Waldrandes für den Naturschutz wird eine natürliche Entwicklung des vorhandenen Waldrandes zu mehr Stufigkeit, Artenreichtum und einer größeren Tiefe gefördert. 

11. Wald, Wild und Jagd 

  • Das Wild ist ein Teil der Lebensgemeinschaft Wald, der nicht immer der ideale Lebensraum für alle heute in ihm lebenden Wildarten war. So hat zum Beispiel das Rotwild als Steppentier sich den vom Menschen bewirtschafteten Wald zum Ersatzlebensraum gemacht. 
  • Im wesentlichen sind heute in der Eifel Rehwild, Schwarzwild und Rotwild anzutreffen. Dazu kommen noch Fuchs und Hase. 
  • Wildarten wie Birkwild und Haselhuhn kann man selten begegnen, da die Hochmoor- und Niederwaldflächen immer mehr verdrängt wurden. Die natürlichen Feinde des Schalenwildes wie Bär, Wolf und Luchs sind ausgerottet. 
  • Daher trifft man oft auf eine hohe Wilddichte, die dem Wald und Waldbesitzer(in) hohen Schaden zufügt. Das Ziel der Bemühungen von Forstwirtschaft und Jagd sind naturnahe Waldbestände mit angepaßten Wildbeständen. 
  • Hierbei nimmt der Jäger eine Schlüsselposition ein. Es geht um den Schutz des Waldes und um eine extensive Form der Bodennutzung, zu der auch Jagd gehört. 

12. Waldschäden 

  • An diesem Standort sind etliche Bäume mit typischen Krankheitssymptomen zu sehen. 
  • Bei Fichten einige Exemplare mit durchsichtigen Kronen. Unter einem intakten Wipfel haben sich Fenster gebildet. 
  • Bei Buchen langgestreckte Äste und Kronenbereiche. Manche dieser Bäume versuchen, eine sekundäre Krone auszubilden. 
  • Wenn es auch unterschiedliche Ansichten über die Entstehung Waldschäden gibt, so herrscht doch weitgehend Einigkeit darüber, zunächst Schadfaktoren die Bäume schwächen und damit in einen kritischen Zustand versetzen, aus dem heraus sie zusätzlichen Belastungen nicht standhalten können. 
  • Das Absterben großer Baumbestände wäre für Mensch und Natur mit fatalen Folgen verbunden. Manche waldbauliche Maßnahmen verbessern schon heute die ökologische und ökonomische Qualität des Waldes. Doch das allein reicht nicht. 
  • Die wichtigste Aufgabe besteht darin, die Schadstoffbelastung der Natur außen spürbar zu reduzieren. Alternativen hierzu gibt es nicht. Nur so die Zukunft des Waldes gesichert werden.