Befall durch Buchdrucker; Bild: Michael Jochum
Befall durch Buchdrucker; Bild: Michael Jochum

Ziel ist es, 

  • die bestehende Käferpopulation zu minimieren, 
  • bruttaugliches Material zu vermeiden,
  • Neubefall zu vermeiden und 
  • borkenkäferbedingte Holzanfälle möglichst optimal zu vermarkten.

Die Schlüssel zum Erfolg sind Wachsamkeit, Schnelligkeit und Gründlichkeit. 
Intensive Kontrolle aller gefährdeten Bestände, auch nach einer durchgeführten Gegenmaßnahme, ist das wichtigste Instrument, den Schaden so gering wie möglich zu halten. 
Wenn Sie gleich an mehreren Stellen Borkenkäferbefall feststellen, müssen Sie erst einmal Prioritäten setzen. Dort wo die größte Gefahr für den Restbestand oder für Nachbarbestände besteht, sollten Sie beginnen. Konzentrieren Sie sich auf Bäume, in denen noch Larven und Käfer sitzen. Arbeiten Sie das Holz bis zu einem Durchmesser von 8 cm auf und sorgen Sie dafür, dass dieses Holz aus dem Wald transportiert wird, bevor die Käferbruten fertig entwickelt sind und die nächste Käfergeneration ausfliegen und zu Neubefall führen kann. Von trockenen Bäumen, aus denen die Käfer bereits ausgeflogen sind, geht keine Gefahr mehr aus. 
Die Ernte der Käferbäume sollten Sie nur dann selbst durchführen, wenn Sie über entsprechende Erfahrung verfügen. Ihr Forstamt wird Sie gerne an örtliche Unternehmer vermitteln oder führt auf Wunsch alle nötigen Maßnahmen für Sie durch.

Wenn Sie das Holz nicht über das Forstamt vermarkten lassen wollen, stellen Sie sicher, dass die Holzabfuhr schnellstmöglich und noch vor dem Ausflug der neuen Käfer aus den Stämmen stattfindet. Eine Zwischenlagerung außerhalb von Fichtenwäldern (mindestens 500 Meter Abstand) ist unter Umständen sinnvoll. Über bestehende Lagermöglichkeiten gibt das Forstamt Auskunft.

Waldfern gelagertes Holz mindert die Gefahr des Befalls von stehenden Beständen.

Kronenteile mit Holzstärken unter 8 Zentimeter können unbehandelt liegen bleiben, ein Verbrennen ist nicht nötig.

Resthölzer über 8 Zentimeter, die trotzdem nach der Aufarbeitung im Bestand zurückbleiben (starke Kronen und faule Erdstammstücke), bieten immer noch Brutraum für die Borkenkäfer oder enthalten sogar unfertige Bruten. Möglichst großflächiges Entrinden mit der Motorsäge oder mit dem Schäleisen sorgt dafür, dass die abfallenden Rindenpartien schnell austrocknen und eventuell vorhandene Bruten eingehen.

Ideal ist die Aufarbeitung mit dem Harvester. Hier wird die Borke gequetscht oder entfernt, so dass kaum noch Brutraum übrig bleibt.

Auch wenn Sie unbefallene Fichten im regulären Einschlag ernten, sollten Sie durch das Entrinden der Resthölzer für eine Verringerung des Brutraumangebotes sorgen. Entrinden Sie Holz, das zum Verkauf vorgesehen ist, nur nach Rücksprache mit dem Holzkäufer oder dem Forstamt!

Maschinelles Hacken von Kronen und Resthölzern ist nur dann kostenneutral und sinnvoll, wenn die entstehenden Hackschnitzel vermarktet werden können.

Nicht empfohlen wird: 

  • Verbrennen von Kronen und Resthölzern kann bei der oben genannten Teilentrindung entfallen. Die Gefahr eines Waldbrandes ist erheblich. 
  • Lockstofffallen oder Fangbäume bieten keinen sicheren Schutz für einzelne Fichtenbestände und bedeuten bei unsachgemäßer Anwendung eher ein zusätzliches Befallsrisiko. 
  • Insektizideinsatz zur Bekämpfung der Käfer beim Ausbohren aus befallenen Stämmen ist sehr aufwändig, da alle Stämme ringsum gespritzt werden müssen. Eine Polterspritzung ist nicht ausreichend. 
  • Eine Polterspritzung gegen Lineatusbefall sollte nur durchgeführt werden, wenn sie durch den Holzkäufer ausdrücklich gewünscht wird. 

Borkenkäfer-Insektizide sollten nur als letztes Mittel eingesetzt werden, wenn alle vorher genannten, mechanischen Bekämpfungsmethoden nicht in Frage kommen. Sie dürfen nur von Personen mit nachgewiesener Sachkunde im Wald verwendet werden. Zertifizierte Betriebe nach den Standards von FSC® (Lizenznummer FSC®-C111982) und PEFC dürfen grundsätzlich keine Insektizide anwenden. Beachten Sie daher unbedingt die Bestimmungen für zertifizierte Betriebe.

Zu allen beschriebenen Maßnahmen und auch bei sonstigen Fragen berät Sie gerne das zuständige Forstamt.