Schutzwürdige Biotope in Rheinland-Pfalz; Bild: LANIS
Schutzwürdige Biotope in Rheinland-Pfalz; Bild: LANIS

Wertvolle Biotope erfassen Lebensstätten wie Rückzugsgebiete (Reliktstandorte), Zufluchtsorte (Refugien), Inselstandorte, und ökologische Nischen bedrohter, seltener und ursprünglicher Pflanzengesellschaften sowie Tier- und Pflanzenarten.
Die Waldfunktionenkartierung übernimmt hier neben den ausgewiesenen Biotopen der “Biotopkartierung des Landesamtes für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht” und eigenen Erhebungen im Rahmen der Forsteinrichtung auch die Biotoptypenkartierung gemäß Paragraf 24 Landespflege-Gesetz. Die Nutzung dieser Lebensräume durch Tiere hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Waldstruktur
  • Eigenschaften und Fähigkeiten von Tieren
  • Innerartliche und zwischenartliche Konkurrenz

Je günstiger und vielfältiger das Angebot der einzelnen Habitate und ihrer Requisiten, desto mehr Arten können im Wald leben, wobei die Befähigung zur Einnischung abhängig ist von Lebensraumbindung beziehungsweise Mobilität der einzelnen Tierarten.
Aufgrund der ausgeprägten Dreidimensionalität des Waldes - vertikale und horizontale Schichtung sowie innere Struktur - existiert eine bestimmte zeitliche und räumliche Zuordnung von Arten mit verschiedenen Lebensstrategien. Bedeutung und Nutzung des Lebensraumes Wald durch entsprechende Pflanzen- und Tiergesellschaften hängen dabei von der Struktur der einzelnen Waldbestände - ihrer Baumartenverteilung, der übrigen Waldvegetation, Mischung und Mischungsstruktur, der Flächenausstattung mit ihrer Mosaikstruktur und inneren Vernetzung sowie dem Angebot an Totholz, Baum- und Erdhöhlen, Ruheräumen, Rückzugsgebieten und Nahrungsbestandteilen ab. Optimale Strukturvielfalt ist gleichbedeutend mit hoher Artenvielfalt und Häufigkeit, zumal sich in vertikal und horizontal gut strukturierten Wäldern das Angebot an Licht, Wärme und Feuchtigkeit vervielfacht. Eine innige Altersstufenverzahnung, unregelmäßige Waldinnen- und -außenränder, hohe Baumalter und ein angemessener Totholzanteil fördert die zoologische Artenzusammensetzung. Daneben benötigen Spezialisten Sonderstrukturen - Lichtungen, offene Sandflächen, Kleingewässer und anderes mehr.