Die UNESCO formulierte auf ihrer Konferenz in Sevilla (1995) für alle Biosphärenreservate diese Hauptziele (Sevilla-Strategie).

Erhaltung der natürlichen und kulturellen Vielfalt

Landesforsten Rheinland-Pfalz unterstützt die Umsetzung dieser Ziele in den fachverwandten Themenfeldern durch Schlüsselprojekte. Beispielhaft für die Erhaltung der natürlichen und kulturellen Vielfalt gelten folgende Projekte:

Biotop- und Artenschutz im Wald

Geschützte Pflanzenart: Der Königsfarn.

In der forstlichen Praxis ist der Biotop- und Artenschutz ein integraler Bestandteil des geltenden Konzepts der naturnahen Waldwirtschaft. Dazu zählen insbesondere:

  • Ökologische Waldrandgestaltung
  • Erhaltung alter Bäume und Baumgruppen
  • Belassen von Totholz
  • Erhaltung seltener Florenelemente
  • Unterstützung der Entwicklung von natürlichen Sukzessionen
  • Integrierter Pflanzenschutz
  • Ausbau des Netzes von Naturwaldreservaten

Forstlicher Kulturdenkmäler

Stauwehr

Die Erhaltung noch vorhandener und eine Instandsetzung von im Verfall befindlicher forstlicher Boden- und Baudenkmäler sowie von Relikten historischer Waldnutzungsformen sind forstliche Ziele im Pfälzerwald. Bei der Instandsetzung von Triftanlagen im Erlenbachtal bei Speyerbrunn und im Leinbachtal bei Frankenstein erprobt die Forstverwaltung in einem Pilotprojekt die Kooperation mit dem Internationalen Bund (IB). Durch die Sanierung ausgewählter Zeugnisse der forsthistorischen Waldnutzungsform "Triften" werden nicht nur Effekte zur Stärkung der regionalen Identität und zur Förderung der Tourismus erzielt. Darüber hinaus handelt es sich hier um eine Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik, mit reellen Chancen zur nachhaltigen Reintegration von Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt.

Erarbeitung von Modellen zur nachhaltigen Entwicklung

Mit der Verbindlichkeit des Konzepts der naturnahen Waldwirtschaft im Staats- und Körperschaftswald, garantiert die Forstverwaltung im Pfälzerwald eine nachhaltige Landnutzungsform auf 90 Prozent der Waldfläche. Die Verpflichtung zur Nachhaltigkeit, seit dem Umweltgipfel von Rio eine Forderung für alle Wirtschaftszweige, ist für die Forstleute nichts Neues. Dieser Maxime ist er seit dem Beginn einer geregelten Forstwirtschaft in Mitteleuropa verpflichtet (CARLOWITZ [1713], sylvicultura oeconomica).

Gute Gründe Holz zu nutzen

Auf dem Weg in eine zukunftsfähige Gesellschaft kommt man nicht daran vorbei, Holz künftig stärker als bisher in der Bauwirtschaft und als Energierohstoff zu nutzen. Grund dafür ist sein hervorragendes Ökoprofil:

  • wächst ständig nach
  • steht uns nachhaltig zur Verfügung
  • wird in den heimischen Wäldern naturnah erzeugt
  • benötigt für seine Bereitstellung und Verarbeitung vergleichsweise sehr wenig Energie
  • muss aufgrund des waldreichtums nur über kurze Strecken transportiert werden
  • speichert das Treibhausgas Kohlendioxid dauerhaft
  • ist ein echtes Kreislaufprodukt und kann mehrmals wiederverwendet werden
  • ist energetisch nutzbar, wenn es nicht mehr stofflich zu verwerten ist
  • verbrennt kohlendioxidneutral und schadstoffarm
  • schafft Arbeitsplätze vor allem im ländlichen Raum

Die Forstleute im Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald haben demnach gute Argumente, sich für mehr Holz in unserer Welt einzusetzen.

Verwendung von Holz im Bauwesen

Holz ist, gemessen an seiner Menge, eine der wichtigsten natürlich vorhandenen Rohstoffe im Pfälzerwald. Dank der detaillierten Arbeiten der Forsteinrichtung wissen wir, dass sich auf der Waldfläche im Biosphärenreservat (134.000 Hektar) mehr als 20 Millionen Kubikmeter Holz befinden, die in jedem Jahr um 750.000 Kubikmeter anwachsen. Die nachhaltig arbeitende Forstwirtschaft nutzt ausschließlich den Zuwachs, und dies in einem Umfang von gerade 60Prozent.

Brennholz-Marketing

Das Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald verfügt über ein noch weitgehend unerschlossenes Brennholzpotential. Die planmäßige Marketingstrategie für Brennholz nutzt in dieser Angelegenheit die Forstämter als Filialen und konzentriert sich auf folgende Maßnahmen:

  • Bedürfnisgerechte Bereitstellung von Brennholz in unterschiedlichen Produkten (für jeden Kunden das richtige Brennholz)
  • Kooperation mit den an der Brennholzvermarktungskette teilhabenden Branchen
  • Gezielte Öffentlichkeitsarbeit durch Brennholztage
  • Beteiligung bei Messen und Gewerbeschauen 

Wo kann ich mein Brennholz kaufen?

100 Prozent Energie aus Sonne

Landesforsten informiert im Biosphärenreservat anhand von Demonstrationsanlagen über die gemeinsame Nutzung von Holz- und Sonnenenergie. Dazu wurden drei Forsthäuser im Pfälzerwald mit einer Heizungsanlage ausgestattet, die den häuslichen Wärmebedarf zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen deckt. Das Prinzip basiert auf der kombinierten Nutzung der direkten Sonneneinstrahlung über Kollektoren und der indirekten Nutzung über das Verbrennen von Holz. Die Anlagen in den Forsthäusern können von Interessenten nach Absprache besichtigt werden:

Forsthaus Lindelbrunn
(Nähe Vorderweidenthal, unterhalb der gleichnamigen Burgruine Lindelbrunn)
Kontakt: Armin Osterheld

Forsthaus Morschbacherhof
(Abfahrt an der B 39 zwischen Weidenthal und Neidenfels)
Kontakt: Jochen Rahm

Forsthaus Taubensuhl
(Nähe Eußerthal)
Kontakt: Norbert Theurer

Sanfter Tourismus

Einige Forstämter im Pfälzerwald fördern durch waldspezifische Urlaubsangebote die Entwicklung des sanften Tourismus in der Region. Termine für die einzelnen Angebote erhalten Sie auf Anfrage bei den zuständigen Forstämtern

  • Forstamt Johanneskreuz
    "Elmsteiner Jagdwochen"
  • Forstamt Hinterweidenthal
    "Walderlebnis mit dem Förster"
  • Forstamt Wasgau
    "300 Jahre in 7 Tagen -Walderlebnisurlaub mit dem Förster"

Forschung, Umweltbeobachtung

Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz

Die Umsetzung der Forschungs- und Umweltbeobachtungsziele des UNESCO-Programms leistet die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF). Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) haben insbesondere die Aufgabe, Erkenntnisse ihrer Untersuchungen zu forstlichen Problemstellungen für die Praxis nutzbar zu machen.
Im Biosphärenreservat betreut sie unter anderem elf Naturwaldreservate, sechs Umwelt-Dauerbeobachtungsflächen in Waldökosystemen, fünf Waldklimastationen und zwei Versuchsflächen zum Bodenschutz gegen Luftschadstoffe. Zur Berücksichtigung der grenzüberschreitenden Zielsetzungen steht die Ausweisung eines deutsch-französischen Naturwaldreservates unmittelbar bevor.
Für die Untersuchung der Auswirkungen und der Zusammenhänge der Naturnahen Waldwirtschaft werden insgesamt 48 Versuchsflächen betreut. Für die Erhaltung der genetischen Vielfalt der heimischen Waldbäume und Sträucher hat das Institut außerdem gezielt Flächen angelegt, um auf relativ einfachem Wege ökologisch angepasstes Saat- und Vermehrungsgut zur Bereicherung der heimischen Wälder zu gewinnen. Diese Arbeiten führt die FAWF zusammen mit der Staatlichen Samenklenge des Landes Rheinland-Pfalz in Elmstein durch.

Die Seiten der FAWF erreichen Sie über diesen Link.

Bildung und Ausbildung

Bildungsangebote der Landesforsten

Bei den landesweiten Bildungs- und Informationsinitiativen der Landesforsten wie zum Beispiel "TreffpunktWALD" oder der waldbezogenen Umweltbildung sind auch die Forstämter im Biosphärenreservat beteiligt. Darüber hinaus gibt es spezielle Angebote, die auf die Erfordernisse und Möglichkeiten der Modelllandschaft Pfälzerwald abgestimmt sind:

Wald-Jugendherberge Hochspeyer

Die Jugendherberge in Hochspeyer bietet ihren Gästegruppen ein Programm zu wald- und regionalspezifischen Themenschwerpunkten an. Anhand eines Katalogs mit mehr als zehn einzelnen Angeboten können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Absprache mit dem betreuenden Forstpersonal ihren Aufenthalt individuell gestalten.

Grenzüberschreitende Waldjugendspiele

Einige Standorte der Waldjugendspiele in Rheinland-Pfalz befinden sich regelmäßig auch innerhalb des Pfälzerwaldes. Die Forstämter in der deutsch-französischen Grenzregion haben es sich zur Aufgabe gemacht, stets auch Schulklassen des Nachbarlandes Frankreich zu beteiligen. Damit leistet Landesforsten einen Beitrag zum Zusammenwachsen des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Vosges du Nord - Pfälzerwald.

Ökologieseminar - Unser Wald

Die Volkshochschule Lambrecht veranstaltet jährlich wiederkehrend eine Seminarwoche zu aktuellen Wald- und Umweltthemen. In dieser Angelegenheit beteiligt sich die örtliche Forstverwaltung bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Informationsveranstaltung für die Bewohner der Stadt und der Verbandsgemeinde Lambrecht.

Internationale Workcamps auf Waldjugendzeltplätzen

Im südlichen Pfälzerwald befinden sich einige im Wald gelegene Zeltplätze, die über die jeweiligen Forstämter an Jugendgruppen vermietet werden. Den anwesenden Gruppen werden regelmäßig auch erlebnisorientierte Waldprogramme angeboten. Auf die Ansprache der Menschen in der französischen Nachbarschaft wird besonderen Wert gelegt.