Pfälzerwald; Bild: Landesforsten Rheinland-Pfalz
Pfälzerwald; Bild: Landesforsten Rheinland-Pfalz

Der Naturpark Pfälzerwald vertritt im weltweiten Netz der Biosphärenreservate die bewaldete Mittelgebirgslandschaft im Südwestdeutschen Schichtstufenland. Als Modelllandschaft steht er damit in einer Reihe mit solch berühmten Regionen, wie dem Yellowstone-Nationalpark und der Wüste Gobi, die ebenfalls Biosphärenreservate sind. 

Der Pfälzerwald ist mit einer Ausdehnung von 179.000 Hektar das größte terrestrische Biosphärenreservat in der Bundesrepublik Deutschland. Er liegt im Schnittpunkt der Verdichtungsräume Saarbrücken, Rhein-Neckar und Karlsruhe, im südlichen Rheinland-Pfalz an der Grenze zu Frankreich.

75% des Gebietes sind mit Wald bedeckt.; Bild: Landesforsten Rheinland-Pfalz
75% des Gebietes sind mit Wald bedeckt.; Bild: Landesforsten Rheinland-Pfalz

Die Landschaft wird in der Hauptsache durch den allgegenwärtigen Wald geprägt, der mit einer Gesamtfläche von 134.000 Hektar 75 Prozent des Gebietes bedeckt. Besonders im südlichen Teil, dem Wasgau, gliedern offene Wiesentäler, landwirtschaftliche Ackerflächen und bizarr verwitterte Buntsandsteinformationen die Landschaft. Jenseits der höchsten Erhebungen, zwischen dem Haardtrand und der Deutschen Weinstraße schließt sich im Osten außerdem eine 10.000 Hektar große Weinanbaufläche an. 

Der Pfälzerwald gilt aufgrund seiner Bewaldungsdichte als das größte zusammenhängende Waldgebiet der Bundesrepublik Deutschland.

Nach der pflanzensoziologischen Einstufung gehört der Pfälzerwald zu den "Artenarmen Buchen-Eichenwäldern". Das Bild des heutigen Waldes wurde jedoch, wie andernorts auch, durch die sich ändernden Ansprüche wirtschaftender Menschen in ihrer Zeit geprägt. Die aktuelle Baumartenverteilung ist deshalb von Kiefern (49 Prozent), Buchen (20 Prozent), Fichten (11 Prozent) und Eichen (8 Prozent) geprägt.

Trotz des dominanten Nadelholzanteils präsentiert sich der Betrachterin oder dem Betrachter in weiten Bereichen ein Mischwaldgebiet.; Bild: Landesforsten Rheinland-Pfalz
Trotz des dominanten Nadelholzanteils präsentiert sich der Betrachterin oder dem Betrachter in weiten Bereichen ein Mischwaldgebiet.; Bild: Landesforsten Rheinland-Pfalz

Trotz des dominanten Nadelholzanteils präsentiert sich der Betrachterin oder dem Betrachter in weiten Bereichen ein Mischwaldgebiet. Eine Besonderheit der Region sind die Kastanienwälder des Haardtrandes, ein Stück römischen Erbes in der Pfalz. 

Bei der Waldbesitzverteilung fällt der hohe Anteil des Staatswaldes (57 Prozent) auf. Ein Drittel des Waldes (33 Prozent) gehört den Kommunen, der Umfang des Privatwaldes macht 10 Prozent aus. 

Die südliche Grenze des Pfälzerwaldes wird durch die französische Region der Nordvogesen markiert, die ebenfalls ein Biosphärenreservat ist. Beide Grenzlandschaften gehören nach ihrer Oberflächenbeschaffenheit, und nach der Art der Landnutzungen sowie nach ihren kulturellen und wirtschaftlichen Voraussetzungen zu einem einheitlichen Natur- und Kulturraum. Diese Umstände förderten die Absicht der beiden Nachbarn in Europa, ein gemeinsames, grenzüberschreitendes Biosphärenreservat auszuweisen. Die Bemühungen wurden 1998 mit der Anerkennung durch die UNESCO honoriert.

Der nun 3.000 Quadratkilometer große Raum soll nach den gleichen Grundsätzen gepflegt und entwickelt werden, ohne dabei die Eigenheiten des jeweils anderen Landes zu stören. Für die Vertiefung der deutsch-französischen Zusammenarbeit im gemeinsamen Biosphärenreservat sollen die grenzüberschreitenden Aktivitäten im Bereich der Umweltbildung, der Information und der Ausbildung verstärkt werden. Die rheinland-pfälzische Landesforten leisten hierzu bereits einen Beitrag: 

  • Beteiligung französischer Schulklassen an den Wald-Jugendspielen in Deutschland
  • Veranstaltung gemeinsamer Ausstellungen beiderseits der Grenze
  • Regelmäßige Exkursionen der deutschen und französischen Försterinnen und Förster
  • Angebot naturkundlicher Führungen